TORQUEMOTOREN

Was ist ein Direktantrieb? Ein Direktantrieb ist eigentlich nichts anderes als ein Servoantrieb. Moderne Ausführungen sind elektrisch gesehen 3-phasige bürstenlose Synchronmotoren mit Permanenterregung. Die Geometrie des Motors ist aber speziell auf hohe Momente statt auf hohe Leistungsabgabe hin optimiert. Die Bauform des Torquemotors ist daher eher kurz mit großem Durchmesser. Damit die Kupferverluste und elektrischen Zeitkonstanten klein bleiben, haben diese Motoren auch mehr Pole als konventionelle Servomotoren.


Kurzum, bei diesen Motoren wird die Drehmomentabgabe statt des Wirkungsgrads optimiert. Das wichtigste Auswahlkriterium neben dem Beschleunigungsvermögen (Nm/kg.m²) ist nun die so genannte Motorkonstante Km (Nm/(W½). Dieser Parameter gibt an, welche Verluste bei einem geforderten Drehmoment entstehen - unabhängig von der Wicklung und der Geschwindigkeit!

Torquemotor in µ-ross Roboter (BGT Bodenseewerk Gerätetechnik)

Es gibt eine Reihe von Gründen, diese moderne Antriebstechnik einzusetzen - sowohl für rotatorische als auch für lineare Bewegungen. Es geht nicht nur um Performance. Oft sind eher Nebenvorteile der mechanischen Ausführung entscheidend.

Beispiele dieser Beweggründe sind:

  • hohe Beschleunigungen
  • hohe Dynamik (Verhältnis Max./Min. Geschwindigkeit)
  • bessere Steifigkeit und Dämpfung
  • bessere Genauigkeit bzw. Wiederholbarkeit
  • höhere Zuverlässigkeit
  • hoher Wirkungsgrad
  • gutes, einheitliches Verhalten über einen weiten Temperaturbereich
  • keine Verschleißteile, längere Lebensdauer
  • weniger Lärm
  • Hohlwelle
  • kurze Motorlänge  bzw. kleiner Motorquerschnitt
  • Baugröße bzw. -form

Die Hauptmotivation für den Einsatz von Direktantrieben bleibt aber die Servoperformance. Diese ist praktisch immer besser als bei einem konventionellen Servoantrieb mit Untersetzung. Die Begründung liegt in der extrem steifen mechanischen Verbindung zwischen Motor und Last, die mit einem Direktantrieb realisiert werden kann.

Folgende Torquemotorenfamilien bieten wir an:

  • ST(K): kostengünstige Torquerfamilie mit 15 bis 2.700Nm Dauer, die sowohl als Bausatz (Kit) als auch als Gehäusemotor mit optionaler Hohlwelle und diversen Geberoptionen angeboten wird
  • KBM: moderne Torquerfamilie für Betrieb bei bis zu 680Vdc, 14 Baugrößen (60 bis 782mm AD), jeweils mit 3 oder 4 verschiedenen Baulängen, Dauerhaltemoment von 0,5 bis 3.500Nm
  • DDR: große Hohlwellenmotoren in zwei Montageformen
    • Cartridge: im Gehäuse vormontiert mit Geber, aber ohne Eigenlagerung mit 4,5 bis 425Nm Dauer, speziell geeignet für große Walzenantriebe!
    • Goldline: im Gehäuse mit sehr robuster Eigenlagerung mit 5,8 bis 136Nm Dauer
  • MF (Megaflux): große Hohlwellenmotoren mit 3,5 bis 2.000Nm Dauer, sehr kurze Bauform (ab 10mm Blechlänge), hohe Drehmomentdichte, gehäuselos mit axialer Montage, Baugrößen 150 / 210 / 310 auch im Gehäuse
  • HT: kleine Torquemotoren mit 0,01 bis 45Nm Dauer, sowohl als Kit (Hohlwelle) als auch mit Gehäuse, Hallsensor, hoher Drehmomentdichte und sehr flexibel bei Wicklung (bis 12 bis 400Vdc) und Mechanik
  • RBE: kleine Torquemotoren mit 0,01 bis 40Nm Dauer, als Kit mit Hohlwelle, Hallsensor, hohe Drehmomentdichte, Wicklungen für 12 bis 400Vdc 
  • QT: bürstenbehaftete Torquer als Bausatz mit Hohlwelle mit 0,02 bis 340Nm Spitze; viele Modelle und Wicklungsoptionen; passende Tachos erhältlich. Immer noch exzellent in Sachen Gleichlauf!
  • MA: Außenläufer, Sondermotoren
  • MR: Ringläufer, extrem kurz bauende Motoren mit großer Hohlwelle, Sondermotoren
  • ATK Windgeneratoren: gehäuselos, niedriges Rastmoment, Direktantrieb